Lösung · K6 (K6)
anymize (DSGVO-Anonymisierungs-Proxy)
Anbieter: GRVITY GmbHanymize.ai
Kaufbarer dt. Vorschalt-Dienst: erkennt personenbezogene Angaben, ersetzt sie durch Platzhalter, bevor etwas an ein Cloud-Modell geht, und setzt sie in der Antwort wieder ein. EU-Hosting in deutschen Rechenzentren; daneben zwei eigene Modelle.
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Souveränitäts-Profil
Baustein · ohne eigene Schutzstufe
Läuft auf einer der Lösungsklassen K0 bis K5 und erbt deren Stufe samt Profil. Welche Stufe erreicht wird, entscheidet also das Backend, nicht dieser Baustein.
Recht (r)
erbt
Technik (t)
erbt
Autonomie (a)
erbt
Datenblatt
- Jurisdiktion
- EU
- Betriebsmodell
- SaaS (DE-RZ), API/Filter-Integration
- AVV verfügbar
- ja
- Training auf Kundendaten
- nein
- Offene Gewichte
- nein
- Selbst betreibbar
- nein
- Zertifikate
- ISO 27001 · SOC 2
- Zuletzt geprüft
- 2026-08-01
Wofür sie taugt
Ein Baustein, der vor ein beliebiges Sprachmodell gehängt wird: Namen, Kontonummern, Geburtsdaten und Aktenzeichen werden vor dem Versand durch Platzhalter ersetzt und in der Antwort wieder eingesetzt. Der Anbieter beschreibt das Ziel als „die KI sieht nie Klartext". Damit lässt sich ein Cloud-Modell für Vorgänge nutzen, die man sonst nicht hinausgeben würde.
Grenzen
Ein Vorschalt-Dienst hat keine eigene Schutzstufe. Er erbt sie von dem Modell, vor das er gehängt wird. Was er ändert, ist nicht die Rechtslage des Backends, sondern der Inhalt dessen, was dorthin geht.
Und genau dort liegt die Grenze: Anonymisierung ist Erkennung, und Erkennung ist nie vollständig. Was der Erkenner übersieht, geht im Klartext hinaus. Bei freiem Text, Eigennamen in ungewöhnlicher Schreibweise oder personenbeziehbaren Angaben ohne festes Format (eine Kombination aus Abteilung, Datum und Vorgang kann eine Person bestimmbar machen, ohne dass ein Name fällt) ist das der Regelfall, nicht die Ausnahme. Die in unserer Kurz-Einordnung genannte Erkennungsrate von rund 95 Prozent steht auf der Anbieterseite nicht (geprüft am 01.08.2026); sie ist eine ältere Anbieterangabe. Selbst wenn sie stimmt, heißt sie: jede zwanzigste Fundstelle bleibt stehen. Planen Sie den Dienst deshalb als Risikominderung ein, nicht als Freibrief.
Zum Hosting ist die Aussage klar: „Ausschließlich EU-Hosting" in Hetzner-Rechenzentren, Verarbeitung „ausschließlich in ISO 27001-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland" und „Keine Drittland-Transfers". Beachten Sie die Zuordnung: die ISO-Zertifizierung schreibt die Seite den Rechenzentren zu, nicht dem Anbieter selbst; unser Datenblatt führt ISO 27001 und SOC 2 für den Anbieter, wovon SOC 2 auf der geprüften Seite nicht vorkommt. Lassen Sie sich die Bescheinigungen zeigen, wenn Sie darauf abstellen.
Neu gegenüber unserem letzten Stand: der Anbieter führt inzwischen zwei eigene, in Deutschland betriebene Modelle (nach eigener Angabe ein Allrounder und ein Reasoning-Modell), nicht nur eines.
Weiterführend
- anymize (produkt)
Quellen1
- anymize: Produktseite (Anonymisierung vor dem Versand, ausschließlich EU-Hosting in deutschen Rechenzentren, keine Drittland-Transfers, zwei eigene Modelle) anbieter-doku · abgerufen 2026-08-01 · belegt: jurisdiktion
Prüfhistorie
- 2026-08-01 Kürzel-Beleg anymize.ai durch die Produktseite mit Abrufdatum ersetzt. Drei Befunde: die Erkennungsrate von rund 95 Prozent steht dort nicht mehr und ist aus der Kurz-Einordnung entfernt, dafür ist die grundsätzliche Grenze der Erkennung ausführlich benannt; die ISO-Zertifizierung wird auf der Seite den Rechenzentren zugeschrieben, nicht dem Anbieter, und SOC 2 kommt dort nicht vor; der Anbieter führt inzwischen zwei eigene Modelle statt einem. (anymize.ai)
Nächster Schritt
Welche Schutzstufe Ihr Vorhaben verlangt, hängt von Ihren Daten, der Rechtslage und dem Einsatzzweck ab. Die Peilung ermittelt Ihre Mindeststufe in vier Schritten (KI-VO, Daten, Branche, Unabhängigkeit) und zeigt anschließend alle Lösungen, die sie erfüllen.