Lösungsart · Confidential Computing / TEE (TEE)
Confidential Computing / TEE bei Hyperscaler (GPU)
Umfasst: Microsoft Azure / Google Cloud
Kein einzelnes Produkt, sondern eine Bauweise beziehungsweise eine Gruppe vergleichbarer Angebote. Die Angaben unten beschreiben, was für diese Art typisch ist.
Vertrauliche GPU-Inferenz in versiegelter Enklave (CPU+GPU-Attestation), GA bei Azure/Google. Technischer Abfluss-Schutz Stufe-3-Niveau (T hoch), aber Jurisdiktion bleibt US (R Stufe 1), Mischfall. AWS Nitro ohne GPU-Passthrough.
TEE · Attestation · Mischfall-T-hoch-R-US
Souveränitäts-Profil
Recht (r)
1
Technik (t)
3
Autonomie (a)
1
Warum nicht höher als Stufe 1: Fremdstaatlicher Zugriff (US Cloud Act u.ä.) bleibt rechtlich möglich · keine Jurisdiktions-Souveränität. Stufe 2 erfordert einen EU-Anbieter ohne US-Mutter.
Datenblatt
- Jurisdiktion
- US
- Betriebsmodell
- Managed Cloud, versiegelte Enklave (H100 CC)
- AVV verfügbar
- ja
- Training auf Kundendaten
- nein
- Offene Gewichte
- nein
- Selbst betreibbar
- nein
- Zuletzt geprüft
- 2026-08-01
Wofür sie taugt
Für die Verarbeitung sensibler Daten auf GPU, wenn die Rechenleistung eines Hyperscalers gebraucht wird und der technische Abflussschutz Vorrang vor der Jurisdiktionsfrage hat. Der Betreiber sieht die Daten im laufenden Betrieb nicht, und beide Anbieter erlauben es, das per Attestation von CPU und GPU nachzuprüfen.
Grenzen
Die Enklave schützt technisch, sie ändert nichts an der Rechtslage. Die Anbieter bleiben US-Konzerne und damit im Zugriffsbereich US-amerikanischer Herausgabepflichten. Genau deshalb erreicht dieser Eintrag trotz hoher technischer Werte nur Stufe 1.
Azure führt die vertraulichen H100-Maschinen als allgemein verfügbar (NCC H100 v5, unter anderem in West Europe), Google unterstützt H100 auf der A3-High-Reihe ohne Vorschau-Kennzeichnung. Verfügbare Regionen, Maschinengrößen und Preise ändern sich in diesem Feld schnell: vor einer Auswahl direkt beim Anbieter prüfen.
Restrisiken
- Fremdstaatliche Jurisdiktion: Der US Cloud Act (o.ä.) kann Zugriff erzwingen · auch bei EU-Hosting.
- Daten werden beim Anbieter verarbeitet (Klartext) · kein technischer Schutz gegen Abfluss.
- Proprietär ohne Eigenbetrieb: erhöhte Abhängigkeit / Lock-in, eingeschränkte Exit-Optionen.
Pflichten beim Einsatz
- Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO) abschließen; ggf. Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35); Verarbeitung in EU-Region.
- Transfergrundlage sichern (SCC/Angemessenheit), Transfer Impact Assessment durchführen und das Cloud-Act-Restrisiko bewusst dokumentieren.
- KI-VO-Pflichten (Hochrisiko nach Annex III, Transparenz nach Art. 50) hängen vom Anwendungsfall ab · separat prüfen.
- Gilt immer: KI-Kompetenz sicherstellen (Art. 4 KI-VO, seit 2.2.2025) · Mitarbeitende schulen, Nutzungsregeln festlegen, beides dokumentieren.
Quellen2
- Microsoft: General Availability, Azure confidential VMs mit NVIDIA H100 anbieter-doku · abgerufen 2026-08-01 · belegt: stufe
- Google Cloud: Unterstützte Konfigurationen für Confidential VM anbieter-doku · abgerufen 2026-08-01
Prüfhistorie
- 2026-08-01 Kürzel-Beleg „Azure/Google Doku; NVIDIA" durch zwei Anbieter-Quellen ersetzt. Allgemeine Verfügbarkeit bei beiden Anbietern bestätigt. (techcommunity.microsoft.com, docs.cloud.google.com)
Nächster Schritt
Ob Stufe 1 für Ihr Vorhaben genügt, hängt von Ihren Daten, der Rechtslage und dem Einsatzzweck ab. Die Peilung ermittelt Ihre Mindeststufe in vier Schritten (KI-VO, Daten, Branche, Unabhängigkeit) und zeigt anschließend alle Lösungen, die sie erfüllen.