Lösung · Confidential Computing / TEE (TEE)
Tinfoil (vertrauliche Inferenz)
Anbieter: Tinfoiltinfoil.sh
US-Anbieter: vertrauliche Inferenz auf NVIDIA Hopper UND Blackwell (Multi-GPU-CC), Runtime-Attestation + Transparency-Logs. T hoch, aber R US: Mischfall.
TEE · Attestation · Multi-GPU · Mischfall-T-hoch-R-US
Souveränitäts-Profil
Recht (r)
1
Technik (t)
3
Autonomie (a)
1
Warum nicht höher als Stufe 1: Fremdstaatlicher Zugriff (US Cloud Act u.ä.) bleibt rechtlich möglich · keine Jurisdiktions-Souveränität. Stufe 2 erfordert einen EU-Anbieter ohne US-Mutter.
Datenblatt
- Jurisdiktion
- US
- Betriebsmodell
- Versiegelte Enklave (US-Anbieter)
- AVV verfügbar
- ja
- Training auf Kundendaten
- nein
- Offene Gewichte
- nein
- Selbst betreibbar
- nein
- Zuletzt geprüft
- 2026-08-01
Wofür sie taugt
Sprachmodelle, die in einer versiegelten Hardware-Umgebung laufen, sodass selbst der Betreiber die Daten technisch nicht einsehen kann, und das nicht als Versprechen, sondern kryptografisch nachprüfbar. Der interessanteste technische Ansatz dieser Registry und zugleich der mit der schwierigsten Rechtslage.
Grenzen
Technisch ist der Anspruch hoch und der Anbieter benennt ihn deutlich: „Your data cannot be accessed or shared, not even by Tinfoil" und „Data is encrypted in memory and only decrypted inside the enclave." Die Grundlage sind „GPU confidential computing on Hopper & Blackwell architectures", „AMD SEV for secure encrypted virtualization of CPU workloads" und „Intel TDX for hardware-isolated trust domains", dazu „cryptographic runtime attestation, and transparency logs for supply-chain security". Damit ist die Zusage prüfbar statt bloß behauptet, und genau deshalb führen wir für diesen Eintrag den Technik-Wert auf dem höchsten Stand.
Der Bruch liegt woanders, und er ist der Grund für Stufe 1. Zur Rechtslage schweigen die öffentlichen Seiten: weder Sitz noch Betreiber der Hardware noch die anwendbare Rechtsordnung werden genannt, lediglich „Made in SF", also San Francisco (geprüft am 01.08.2026). Ein Anbieter, der die Einsichtnahme technisch ausschließt, aber die Jurisdiktion nicht offenlegt, ist ein Mischfall: hohe technische Souveränität, ungeklärte rechtliche.
Praktische Folge: Wenn Sie diesen Weg erwägen, ist die erste Frage nicht die Technik, sondern der Vertrag. Lassen Sie sich Sitz, Rechtsordnung, Unterauftragnehmer und den Betreiber der Rechenzentren schriftlich geben. Erst dann lässt sich beurteilen, ob die technische Abschottung die rechtliche Lage tatsächlich aufwiegt.
Restrisiken
- Fremdstaatliche Jurisdiktion: Der US Cloud Act (o.ä.) kann Zugriff erzwingen · auch bei EU-Hosting.
- Daten werden beim Anbieter verarbeitet (Klartext) · kein technischer Schutz gegen Abfluss.
- Proprietär ohne Eigenbetrieb: erhöhte Abhängigkeit / Lock-in, eingeschränkte Exit-Optionen.
Pflichten beim Einsatz
- Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO) abschließen; ggf. Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35); Verarbeitung in EU-Region.
- Transfergrundlage sichern (SCC/Angemessenheit), Transfer Impact Assessment durchführen und das Cloud-Act-Restrisiko bewusst dokumentieren.
- KI-VO-Pflichten (Hochrisiko nach Annex III, Transparenz nach Art. 50) hängen vom Anwendungsfall ab · separat prüfen.
- Gilt immer: KI-Kompetenz sicherstellen (Art. 4 KI-VO, seit 2.2.2025) · Mitarbeitende schulen, Nutzungsregeln festlegen, beides dokumentieren.
Weiterführend
- Technologie von Tinfoil (doku)
Quellen1
- Tinfoil: Technologie (NVIDIA Hopper und Blackwell im Confidential-Computing-Modus, AMD SEV, Intel TDX, Attestierung und Transparenzprotokolle) anbieter-doku · abgerufen 2026-08-01 · belegt: stufe
Prüfhistorie
- 2026-08-01 Kürzel-Beleg tinfoil.sh durch die Technologie-Seite ersetzt. Belegt sind die Hardware-Grundlage (Hopper und Blackwell, AMD SEV, Intel TDX), die Attestierung und die Transparenzprotokolle sowie die Aussage, dass auch der Anbieter selbst keinen Zugriff hat. Offen benannt und für die Einstufung entscheidend: Sitz, Rechtsordnung und Betreiber der Hardware nennen die öffentlichen Seiten nicht. (tinfoil.sh)
Nächster Schritt
Ob Stufe 1 für Ihr Vorhaben genügt, hängt von Ihren Daten, der Rechtslage und dem Einsatzzweck ab. Die Peilung ermittelt Ihre Mindeststufe in vier Schritten (KI-VO, Daten, Branche, Unabhängigkeit) und zeigt anschließend alle Lösungen, die sie erfüllen.