Lösung · Managed Cloud & Modell-APIs (Cloud-API)
Google Gemini for Workspace / Enterprise
Anbieter: Googleworkspace.google.com
In Google Workspace integrierter Assistent mit konfigurierbarer EU-Datenresidenz und Sovereign-Controls. US-Mutter, Cloud-Act-Restrisiko.
Anwender-Plattform · EU-Region · Sovereign-Controls
Souveränitäts-Profil
Recht (r)
1
Technik (t)
1
Autonomie (a)
0
Warum nicht höher als Stufe 1: Fremdstaatlicher Zugriff (US Cloud Act u.ä.) bleibt rechtlich möglich · keine Jurisdiktions-Souveränität. Stufe 2 erfordert einen EU-Anbieter ohne US-Mutter.
Datenblatt
- Jurisdiktion
- US
- Betriebsmodell
- Managed Cloud, Speicher- und Verarbeitungsort wählbar (EU oder USA); modellabhängige Ausnahmen
- AVV verfügbar
- ja
- Training auf Kundendaten
- nein
- Offene Gewichte
- nein
- Selbst betreibbar
- nein
- Zertifikate
- ISO 27001 · SOC 2 · ISO 42001 · BSI C5 · FedRAMP High
- Zuletzt geprüft
- 2026-09-14
Wofür sie taugt
Der in Google Workspace eingebaute Assistent, also in Gmail, Docs und Meet, auf den Daten, die ohnehin dort liegen. Für Workspace-Häuser ist das der Assistent mit der geringsten Einführungshürde, weil er die vorhandenen Verwaltungseinstellungen erbt.
Grenzen
Die EU-Verarbeitung hängt am Modell, nicht am Dienst. Google lässt Speicher- und Verarbeitungsort wählen („Kundinnen und Kunden können selbst bestimmen, wo ihre Daten gespeichert und verarbeitet werden (EU oder USA)"), aber die Modell-Dokumentation führt für Gemini 3.1 Pro ausdrücklich „MLP not supported in: EU". Das jeweils neueste Spitzenmodell ist also genau das, das die EU-Verarbeitung bricht, während die meisten übrigen Modelle sie unterstützen.
Wer auf EU-Verarbeitung angewiesen ist, prüft deshalb die Modellliste und nicht die Produktzusage. Das ist dasselbe Muster wie bei Microsoft, nur modellgebunden statt lastgebunden.
Die Trainings-Zusage hängt an der Ausgabe und am Kundentyp. Google sagt für Geschäfts-, Bildungs- und Behördenkunden mit einer geeigneten Workspace-Ausgabe zu: „Workspace does not use customer data for training models without customer's prior permission or instruction", und zur menschlichen Durchsicht: „Your content is not human reviewed or otherwise used for Generative AI model training outside your domain without permission." Für private Google-Konten gilt das nicht.
Der EU-Datenstandort ist eine eigene Richtlinie mit eigener Ausgaben-Voraussetzung. Die Datenregionen-Richtlinie erlaubt es, „covered Google Workspace data" in der Europäischen Union zu halten, und ist laut Google in bestimmten Ausgaben enthalten, unter anderem Business Standard und Business Plus sowie Enterprise Standard und Enterprise Plus. Ob die Gemini-Verarbeitung darunter fällt, sagt weder die Datenregionen-Seite noch der Datenschutz-Überblick zur generativen KI ausdrücklich (beide am 01.08.2026 gelesen). Wer den EU-Standort für die Assistenz-Funktionen braucht, lässt sich das vertraglich bestätigen, statt es aus der allgemeinen Workspace-Richtlinie abzuleiten.
Zur Einstufung: US-Mutter, deshalb Stufe 1.
Restrisiken
- Fremdstaatliche Jurisdiktion: Der US Cloud Act (o.ä.) kann Zugriff erzwingen · auch bei EU-Hosting.
- Daten werden beim Anbieter verarbeitet (Klartext) · kein technischer Schutz gegen Abfluss.
- Proprietär ohne Eigenbetrieb: erhöhte Abhängigkeit / Lock-in, eingeschränkte Exit-Optionen.
Pflichten beim Einsatz
- Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO) abschließen; ggf. Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35); Verarbeitung in EU-Region.
- Transfergrundlage sichern (SCC/Angemessenheit), Transfer Impact Assessment durchführen und das Cloud-Act-Restrisiko bewusst dokumentieren.
- KI-VO-Pflichten (Hochrisiko nach Annex III, Transparenz nach Art. 50) hängen vom Anwendungsfall ab · separat prüfen.
- Gilt immer: KI-Kompetenz sicherstellen (Art. 4 KI-VO, seit 2.2.2025) · Mitarbeitende schulen, Nutzungsregeln festlegen, beides dokumentieren.
Weiterführend
Quellen4
- Google Workspace: Datenschutz-Überblick zur generativen KI (Training und menschliche Durchsicht) anbieter-doku · abgerufen 2026-08-01 · belegt: training
- Google Workspace: Geografischen Standort für Ihre Daten wählen (Datenregionen, EU als Option) anbieter-doku · abgerufen 2026-08-01
- Google Workspace: KI und Datenschutz (Speicher- und Verarbeitungsort wählbar; ISO 42001, BSI C5, FedRAMP High; kein Training) anbieter-doku · abgerufen 2026-09-14 · belegt: zertifikate
- Google Cloud: Standorte für Gemini Enterprise (Gemini 3.1 Pro „MLP not supported in: EU") anbieter-doku · abgerufen 2026-09-14 · belegt: jurisdiktion
Prüfhistorie
- 2026-08-01 Kürzel-Beleg workspace.google.com durch zwei Quellen ersetzt. Befund mit Folge für die Kaufentscheidung: der EU-Datenstandort ist eine eigene Richtlinie mit eigener Ausgaben-Voraussetzung, und keine der beiden gelesenen Google-Seiten sagt ausdrücklich, dass die Gemini-Verarbeitung darunter fällt. Das steht jetzt offen in den Grenzen. Nebenbefund: die Workspace-Hilfeseiten sind von support.google.com nach knowledge.workspace.google.com umgezogen. (knowledge.workspace.google.com)
- 2026-09-14 Zertifikate um ISO 42001, BSI C5 und FedRAMP High erweitert (Anbieterangabe). Wichtige Einschränkung ergänzt: Gemini 3.1 Pro unterstützt laut Doku kein ML-Processing in der EU, die EU-Verarbeitung ist damit modellabhängig. (workspace.google.com/security/ai-privacy/, docs.cloud.google.com/gemini/enterprise/docs/locations)
Nächster Schritt
Ob Stufe 1 für Ihr Vorhaben genügt, hängt von Ihren Daten, der Rechtslage und dem Einsatzzweck ab. Die Peilung ermittelt Ihre Mindeststufe in vier Schritten (KI-VO, Daten, Branche, Unabhängigkeit) und zeigt anschließend alle Lösungen, die sie erfüllen. Im Erstgespräch klären wir, welcher Weg zu Ihrem Anwendungsfall passt.